PRESSE

Perücken geben ein Stück Alltag zurück

Essener Friseurpaar will Menschen mit Ersatzhaaren Mut machen

Link zum Archiv RTL West am 26. November 2024 um 18:30 Uhr


https://www.rtl.de/cms/essener-friseurpaar-will-menschen-mit-ersatzhaaren-mut-machen-5095192.html


Ralf Klepkes führt in Essen einen Friseurladen. Das Geschäft gibt es seit 30 Jahren. Der Fokus liegt dort auf dem Zweithaar. Das Perückenhandwerk war beim Essener Teil seiner Meisterausbildung. Ersatzhaare bietet er schon lange an. 2017 legte er den Schwerpunkt auf das Angebot. Seine Produkte passt er immer an die Bedürfnisse seiner Kunden an.


Kosten werden teilweise übernommen

Mit seinem Studio ist der Friseur Vertragspartner von Krankenkassen. Sie geben Kunden beim Perücken-Kauf einen Zuschuss oder übernehmen die Kosten komplett. Eine Zweitfrisur aus Kunsthaar liegt zwischen 400 und 1.000 Euro. Echtes Haar gibt es ab 2.500 Euro.


Inhaberin erkrankt: Diagnose Hirntumor

Im Friseurladen von Ralf Klepke arbeitet auch seine Frau. Genau wie er hat sie sich im Bereich Zweithaar weitergebildet. Im Januar vergangenen Jahres der Schock: In ihrem Kopf wächst ein bösartiger Hirntumor. Nach der Diagnose folgte eine OP. Dafür mussten vorher einige Haare weichen. Die 47-Jährige entschied sich für eine komplette Rasur. Die übernahm ihr Mann. Von da an trug sie Perücke. Auch im Krankenhaus vor dem Eingriff hatte sie ihre neuen künstlichen Haare auf. Die Essenerin erinnert sich noch genau an die Reaktionen der Mitarbeiter in der Klinik: „Die dachten, es wäre mein eigenes Haar. […] Und das würde so schade sein. Es ist nicht schade. Und dann habe ich die Perücke runtergenommen und die schauten dann ganz verdattert.“


Text und Bild: Redaktion RTL West

Podcast & Patientengeschichten

Link zur Informationsseite der Universitätsmedizin Essen:


Essen://kurzelinks.de/a9zb 


Podcast Folge 5: Die neuen Haare

Wird ein Hirntumor operiert, muss der Kopf zuvor zumindest teilweise geschoren werden. Und auch eine Chemotherapie hat Nebenwirkungen wie Haarausfall und das meist am gesamten Körper. Bei einer Strahlentherapie werden die Haarwurzelzellen nur geschädigt, wenn direkt am Kopf bestrahlt wird - und selbst dann ist sie lokal begrenzt.

Nichtsdestotrotz betrifft Haarverlust das eigene Selbstwertgefühl. Keine Angst vor der Perücke: Ein Essener Zweithaar-Studio berät Krebspatienten – mit Herz und aus eigener, trauriger Erfahrung.

Auszug aus dem Lokalbericht der WAZ /Nr. 220 vom 21. September 2023.

Bericht von Tanja Weimer, Fotos von Christof Köpsel

Auszug aus dem Gesundheitsmagazin 1./2023 der Universitätsmedizin Essen.

Ausgabe als WAZ Beilage im Mai 2023

Ausgabe Rhein Ruhr Magazin Herbst Winter 2020

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